flechte für die Bcrührungsempfindung, freie Nervenenden im Epithel für die mechanische
Schmcrzcmpfindung. Der taktilc Reiz wird auf den periphcren sensiblen Nervenbahnen, deren Zellen im Spinalganglion liegen,
über die hinteren Wurzeln zum Rückenmark und in diesem über den l lintcrstrang (Rückcn-marksbahnen) zum Gehirn zur Körperfühlsphärc
(hintere Zcntralu indung) geleitet. Damit tritt die Berührung ins Bewußtsein.
Alle von außen auf die Köipcrdeeke helfenden (somatoscnsiblcn) Reize weiden m den
Nci ven/.cnticn (Rückenmark und Gehirn) vci arbeitet und losen durch nervale Ansehaltungen Anpassungen an die Reize aus.
So fuhren auch die einzelnen Massagercize je nach der Intensität der Handgriffe
und der Größe der bearbeiteten Fläche zu unterschiedlichen Empfindungen und allgemeinen Wirkungen. Großflächige langsame
rhythmische Streichungen entspannen, punktförmige geortete Friktionen Ionisieren.
Zusammenfassung: Streichungen reizen die sensiblen Nerven der Maul und bewirken auf nervalem Wege eine Allgemeinwirkung.
Anwendung: Streichungen führen als Einleitung einer Massage zur allgemeinen
Entspannung. Diese Entspannung ist erforderlich, wenn auf tiefere Ge-wcbsschichten eingewirkt werden soll. Ebenso wirken Streichungen,
zwischen schmerzhafte Massagehandgriffc eingeschaltet, schmerzlindernd und setzen die Abwehrspannung herab. Streichungen können
Unruhezustände besonders bei Kindern beheben.
2. Alle unter
ständigem Haulkontakt auf dem Körper herzwärls fortschreitenden Handgriffe, also Streichungen und Knetungen, wirken bei
genügendem Andruck mechanisch auspressend auf Venen und Lymphgefäße.
Die ausstreichende Wirkung auf normale Venen ist nur gering strombefördernd,
weil das Blut ständig in raschem Fluß ist. Bei Vencnstromverlangsamung in erweiterten Venen ist die dcplcthorischc Wirkung
dagegen deutlich erkennbar.
Intensiver ist die Wirkung auf die Lymphbahnen, in denen der Flüssigkeitsstrom
wesentlich langsamer als in den dem Kreislauf angeschlossenen Venen vor sich gehl. Man erkennt das deutlich, wenn man zum
Zwecke der Lymphbahn-darstellung mit Rönlgcnkontiastmitteln (Lymphangiographie) die Lymphgefäße freilegt. Injiziert man unter
die Maut eine blaue Farbstofflösung, so füllen sich nach etwa 20 bis 30 Minuten die herzwärts führenden subkutanen Lymphbah-ncn
an und scheinen als blaue Streifen durch die Flaut. Nach Durchtrennung der Haut über diesen blauen Streifen erkennt man im
subkutanen Fettgewebe deutlich die haarfeinen blau gefärbten Lymphgefäße.
Wenn man nun den vorher mit der Farbstofflösung injizierten Hautbczirk kräftig
streichend massiert, sieht man, wie sich gleichzeitig die Lymphgefäße prall mit blauer Flüssigkeit anfüllen und ein Mehrfaches
ihres vorherigen Querschnittes erreichen. Man hat also den Lymphstrom durch die Massage vermehrt und beschleunigt.
Zusammenfassung: Streichungen und Knetungen führen örllich-mechanisch zur Lymphstrombcschleunigung, in gestauten erweiterten Venen zur
Blulstrom-beschleunigung. Das ist eine örtliche, vasale, deplcthorischc Wirkung.
Anwendung:
Geortete Streichungen und weiche Knetungen werden ausgeführt zur Beseitigung von Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen) und
chroni-