sympathische Fasern verlassen über die vorderen Wurzeln das Rückenmark, erreichen
über den Ramus communicans albus das zugehörige Grcnzstrang-ganglion und schließen sich nach Umschaltung postganglionär über
den Ramus communicans griseus den Spinalnerven zur Körperdccke an. Der Effekt der effercnten Reizvermittlung ist dann an den
Gefäßen der Peripherie zu beobachten.
Die über den Gclaßplcxus allerem laufenden Reize können aber auch in der Seitcnhoi
nsäule, der nach »SY/inW/11 die inneren Organe vegetativ angeschlossen sind, auf diese umgeschaltet werden
(sog. cuti-viscei ale Reflexe). Das ist die wissenschaftliche Grundlage der segmenlalen Wirkung der Massage. Sie wurde als
,,Bindegewebsmassage" von Kohlrausch und Teirich-Lcube zum anerkannten Behandlungssystem
ausgebaut.
Ferner werden die afferenten Reize bei genügender Stärke auch über die segmentalen
Umschaltungen hinaus zentral zu den vegetativen Zentren im Zwischenhirn foi (geleitet. So sind vegetative Allgemcinwirkungen
der Massage erklärbar. Da aber die vegetativen Zentren in enger funklioncller Verbindung mit der Hypophyse stehen, ist
auch eine Beeinflussung dieser und damit des endokrinen (Jnncrclrüscn-)Syslcms durch Massage denkbar.
Zusammenfassung: Alle Massagehandgriffe sind gcfäßwii ksam. Im massierten Gebiet entstehen Kapillarisation und Kapillarstrombcschlcunigung.
Es ist erwiesen, daß diese Wirkungen örtlich-humoral und reflektorisch-nerval zustande kommen. Folgende Schaltungen
des sensibel- oder vcgetativ-affercn-ten Reizes sind möglich:
a) scgmentale Rückschaltung —> cfferent zu den Gefäßen der Peripherie,
b) segmcntale Umschaltung —> cfferent zu den inneren Organen.
5.
Die bisher ausführlich beschriebene örtliche Kreislaufwirkung der Massage mit dem Effekt der Mehrdurchblutung hat
wesentliche Folgen. Die Kapillaren sind der wichtige Teil des Kreislaufs, denn in ihnen erfüllt sich die Aufgabe der Blutzirkulation12.
Sie dienen der Versorgung aller Teile des Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie dem Abtransport von Stoffwcchselschlackcn.
Herz, Arterien und Venen stehen im Dienste dieser Aufgaben. Ebenso die Lymphgefäße für den Abtransport von Wasser, Eiwcißkörpcrn
und Stoffwcchsclproduktcn. Eine Kapillare ist etwa 0,5 bis l mm lang und hat einen Durchmesser von ca. 8 bis 10
/xm. Sie sind in unendlicher Vielzahl zwischen Arterien und Venen eingeschaltet und zeigen den Umschlag zwischen vom Herzen
weg- und zum Herzen hinführenden Gefäßen häufig schon durch ihre haarnadelförmige Schleifengestalt. Die Durchblutung ist abhängig
vom Tätigkcitszustand des betreffenden Organs. Reguliert wird die Anpassung der Durchblutung an die Funktion einmal durch
zcntralncrvöse Einflüsse, zum anderen örtlich durch Stoffwechselprodukte sauren Charakters (z. B. Milchsäure),
die den bei Arbeit bestehenden allgemeinen Sympathikotonus - mit Verengerung der gesamten Krcislaufperiphcrie — lokal
durchbrechen, denn sie