nach Dehnung der Spindel aufgrund von Gammaaktivität dann sekundär erst zum
Ansprechen der Alphamotoneurone. Wenn der Hautreiz im Einzugsbereich des Frcmdrcflcxcs aufhört, erlöschen durch Abschaltung
der Gamma-1 motoneurone auch die Erregungen der Muskelspindelaffcrenzen. Die Aufhebung des eng begrenzten Hautreizes
geschieht bei der Massage durch ständiges Verlagern des Angi ilfsortes. (Vgl. Anatomische Anordnungen der Muskeln und
Segmentvci teilung.)
Ähnlich wie die kleineren Gefäße auf dem Wege der wechselnden Wärme- und Kälteapplikation
in ihrer Reaktionsgeschwindigkeil verbessert werden, so muß man sich auch beim Muskel eine Mahnung der Fremd- und Eigenreflexe
durch Massage denken. Auf diese Weise kann sowohl über Fremd- als über Eigcnrcflexc eine bessere Muskelfunktion erreicht werden.
Massage hat vielfältige Wirkungen, die Goldschcidcr folgendermaßen umreißt:
Wir können auf Grund vieler Untersuchungen anderer Autoren noch einige weitere Nebenwirkungen
der Massage vermerken: Sie bewirkt eine vorübergehende Vertiefung der Atmung und fördert den Schlaf.
Man kann also die Massagewirkung mit Recht als ein komplexes Geschehen bezeichnen.
Wenn wir im folgenden diesem Gewalt antun müssen, es zerlegen und nacheinander einzelne Teilwirkungcn zur.
Besprechung herausgreifen, so tun wir das nur, weil wir anders die Wirkungen
nicht verstehen können. Wir wollen aber dabei nie vergessen, daß der Erfolg der Massage von den vielfältigen unlösbar miteinander
verbundenen Wirkungen abhängt. Das wird hier besonders betont im Hinblick auf in letzter Zeit publizierte spezielle Mas-sagcai
ten, die unter (bewußter) Vernachlässigung der Gcsamlschau nur einzelne Wirkungen herausstellen. Für die klassische Massage
gilt, daß ihre Wirkungen nicht ausschließlich „reflektorisch bedingt" oder „scgmentbcdingl" oder „durchblutungsbedingt"
sind.
Allgemein unterscheiden wir zwischen Fcrnwirkungcn und örtlichen Wirkungen. Hierzu
mögen einige therapeutische Erfahrungen zur Vcranschaulichung dienen.
1. Wenn wir während einer allgemeinen Körpermassage beobachten, daß der Patient einschläft, daß sich seine Atmung
vertieft, oder daß er nach vorheriger körperlicher Erschöpfung angibt, sich durch die Massage erfrischt zu fühlen, so
sind alle diese Wirkungen als Fernwirkungen zu bezeichnen. Es sind außerdem Allgemcinwirkungen, die unabhängig vom Ort der
Massagcapplika-tion auftreten.